Portfolio Rebalancing: Mehr als nur eine kosmetische Korrektur

Autor: Sebastian Nagel, CFA

Lesezeit: 7 Minuten

Aktives Risikomanagement: Rebalancing verhindert, dass Klumpenrisiken (z.B. durch den KI-Hype) dein Portfolio dominieren und stellt sicher, dass deine Strategie im Einklang mit deiner Risikotoleranz bleibt.

Antizyklisches Prinzip: Durch den systematischen Verkauf von Gewinnern und den Zukauf von Nachzüglern handelst du rational und frei von emotionalen Marktimpulsen.

Steuerliche Erleichterung: In Österreich ermöglicht die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten eine KEST-Stundung, wodurch dein Kapital durch den Zinseszinseffekt effektiver für dich arbeiten kann.


Die Börse macht einen Heidenspaß, oder?

In einem Markt, der von ungezügelter Euphorie im Technologiesektor getragen wird, ist die Frage omnipräsent: Stecken wir in einer KI-Blase?

Für den umsichtigen Investor, der sein Vermögen proaktiv managt, wird diese Debatte jedoch weniger relevant. Denn der Schlüssel liegt nicht in der Vorhersage eines Crashs, sondern im korrekten Risikomanagement. Das Portfolio Rebalancing ist dabei ein Werkzeug, das sicherstellt, dass die Wette auf einen einzelnen Sektor niemals einen zu großen Einfluss auf das Gesamtvermögen gewinnt.

Das ist Disziplin. Rebalancing stellt sicher, dass Dein Vermögen stets im Einklang mit Deinen initialen Zielen und Deiner Risikotoleranz steht, frei von den emotionalen Impulsen des Marktes.

Der stumme Wandel deines Risikoprofils

Hast du eine Asset-Allokation aus gutem Grund gewählt, führt ein starker Bullenmarkt dazu, dass diese Aufteilung aus den Fugen gerät. Gewinner-Positionen ziehen sehr leicht zu viel Risiko auf sich. Ohne Rebalancing verfolgst du plötzlich eine völlig andere, meist riskantere Strategie, als du ursprünglich beabsichtigt hast.

Nach einem Boom kann der ANteil an risikoreichen Anlagen wie Aktien oder Gold zu hoch im Portfolio sein.

Nach einem Boom kann der ANteil an risikoreichen Anlagen wie Aktien oder Gold zu hoch im Portfolio sein.

Der wichtigste erste Schritt: Die kritische Bestandsaufnahme

Bevor du mit dem antizyklischen Handeln des Rebalancings beginnst, musst du dein Portfolio kritisch betrachten:

Überprüfung der Verlierer

Sind die Positionen, die du aufstocken müsstest, nur temporär unterbewertet oder gibt es fundamentale Gründe für ihren Verfall? Du musst prüfen, ob Du die Position überhaupt noch haben willst.

Stop Loss

Setze Deinen Stop Loss BEVOR du eine Wette eingehst: Jede Anlageidee hat einen Grund, aber auch eine Grenze. Wenn eine alte Idee ihren Stop Loss gefunden hat, muss sie liquidiert werden, bevor das Rebalancing den Fehler noch verstärkt. Dies ist Teil deines Risikomanagements.


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Die Logik des Antizyklischen Handelns

Rebalancing zwingt dich dazu, das zu tun, was sich emotional oft falsch anfühlt, aber rational goldrichtig ist: Du verkaufst teuer, was jeder will, und kaufst günstig, was die Masse meidet.

Betrachten wir die aktuelle Marktlage im Jahr 2025:

Die Highflyer: Dein Gold-Bestand hat profitiert, nachdem das Edelmetall die magische Marke von 4.000 Dollar geknackt hat. Auch Uran-Werte fliegen, da Atomkraft als Lösung für den Energiehunger von KI-Rechenzentren gilt.

Die Nachzügler: USD-Rentenpapiere sind unter Druck geraten, getrieben durch Sorgen um die Staatsverschuldung und den sogenannten "Debasement Trade".

Rebalancing bedeutet hier: Gewinne bei Gold und Uran realisieren und das Kapital in die (nach Prüfung) unterbewerteten Rentenpapiere umschichten.

Das Rebalancing ermöglicht strategisches antizyklisches Handeln ohne Emotionen.

Das Rebalancing ermöglicht strategisches antizyklisches Handeln ohne Emotionen.

Warum Rebalancing ein Muss für umsichtige Investoren ist

Der Hauptgrund für Rebalancing ist das Risikomanagement. Dies ist die Essenz.

1. Risikoadjustierte Performance und Disziplin

Es verhindert, dass eine einzelne Highflyer-Position  im Falle einer Korrektur unverhältnismäßig viel Kapital vernichtet. Es mag kurzfristig Performance kosten (Du verpasst vielleicht den letzten Aufwärtstrend des Momentums), ist aber der Schlüssel zu einer überlegenen risikoadjustierten Performance, sprich ruhigerem Schlaf, über einen längeren Zeitraum. 

2. Der Zinseszinseffekt der KEST-Stundung

In Österreich bietet Rebalancing gegebenenfalls den Nutzen der KEST (Kapitalertragsteuer) Stundung. Indem Du Gewinne (Verkauf von Gold ETC) gezielt mit Verlusten verrechnest, musst Du die KEST nicht sofort zahlen. Das gesparte Geld arbeitet weiter für Dich und nutzt den Zinseszinseffekt, wodurch Du am Ende mehr Gewinn machen kannst.

Nachteile des Re-Balancing

Natürlich bringt ein Re-Balancing auch einige Nachteile für dich als Anleger:

Transaktionskosten

Jede Anpassung verursacht Kosten. Dies ist besonders bei kleinen Portfolios oder sehr häufigem Rebalancing relevant.

KEST-Fälligkeit

Sollten nur Gewinne realisiert werden und keine Verluste zum Ausgleich vorhanden sein, wird die KEST fällig.

Gegebenenfalls niedrigere absolute Rendite

Da die meisten Anlagen dem Momentum Effekt unterliegen, kann ein zu frühes oder zu oftes Re-balancing zu einem zu frühen Verkauf von Gewinnern führen.

Wann solltest du ein Re-Balancing durchführen?

Die Frequenz des Re-balancings hängt von deiner Portfolio-Struktur ab. Grundsätzlich sollte ein Re-Balancing dann geschehen, wenn die tatsächliche Portfolioaufteilung zu sehr von der ursprünglichen abweicht. Zum Beispiel wenn der Aktienanteil 75% anstatt von 70% beträgt oder wenn der Anteil von Bitcoin von 2,5% auf nur 1,5% gefallen ist.

Grundsätzlich gelten folgende Regeln:

Regeln wann ein Rebalancing nötog ist

Regeln wann ein Rebalancing nötig ist.


Bevor es zum Fazit geht, das könnte dich auch interessieren


Fazit

Rebalancing ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines professionellen, hochwertigen Anlagemangements. Es ist die Essenz des Risikomanagements und eine disziplinierte Waffe gegen emotionale Fehlentscheidungen. Es geht nicht darum, kurzfristig Vollgas zu geben, sondern darum, Dein Vermögen langfristig, vertrauensvoll und risiko optimiert aufzubauen.

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Hinweis:

Dies ist eine (Werbe)information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Informationen sind genereller Natur. Nutzen Sie unbedingt fachgerechte Beratung. Eine Veranlagung in Finanzinstrumente und andere Sachanlagen birgt Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Steuerliche Aspekte hängen stark von individuellen Verhältnissen ab.

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